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Ich empfehle meinen Patienten häufig, ihren (negativen) Stress zu reduzieren. Leider ist dies aber oft nicht so einfach möglich. Negativ stressende Faktoren sind häufig der Beruf oder Unstimmigkeiten in der Partnerschaft/Familie. Auch finanzielle Belastungen können ein nicht zu unterschätzender Faktor sein.

Und auch wenn ich nach meiner MS-Diagnose mittelfristig meinen alten Job gekündigt, meine damalige Frau verlassen und mein Haus verkauft habe, ist dies nicht unbedingt erforderlich und der “richtige” Weg.

Meditation als Gegenpol zu Stress und Unruhe

Meditation als Ausgleich

Meditation kann einen Gegenpol zu einem stressigen Leben bilden. Ich selbst komme durch Meditation schnell zu innerer Ruhe und Zufriedenheit. Ich denke während der Meditation nicht mehr über die Vergangenheit oder die Zukunft nach, sondern bin mit meiner Präsenz vollständig im Hier und Jetzt.

Doch was bringt mir das?

Positive Effekte der Meditation

Zu den positiven Effekten der Meditation gehören für mich unter anderem:

  1. Ich lasse den Stress des Alltags hinter mir und komme zu innerer Ruhe
  2. Im Hier und Jetzt verändern sich Sorgen und Ängste oder lösen sich komplett auf
  3. Es fällt mir viel leichter, Krankheit und Beschwerden/Symptome für den Moment zu akzeptieren
  4. Aus dieser Akzeptanz ergibt sich manchmal ein ganz neuer Umgang mit diesen Problem-Themen
  5. Gar nicht so selten gelingt es mir so tatsächlich, Symptomen die Bedeutung / Bedrohlichkeit zu nehmen, was der erste Schritt dazu ist, sie verschwinden zu lassen

Beim Beenden der Meditation fühle ich mich deshalb erholt, frisch und optimistisch.

Verschiedene Meditationsarten für verschiedene Situationen / Menschen

Meine erste Meditationserfahrung habe ich in einem buddhistischen Zentrum gemacht. Ich kam etwas gestresst im Zentrum an, nervös und unsicher, weil ich weder den Ort, noch die Gruppe kannte. Ich habe meine Frau begleitet, die als Buddhistin bereits Erfahrung gesammelt hatte.

Buddhistische Meditation

Wir setzten uns auf ein Meditationskissen und blieben während der Meditation möglichst still und unbewegt dort sitzen. Für mich war es nach wenigen Minuten eine Qual, da ich es nicht gewohnt war, frei und ohne Rückenlehne zu sitzen. Außerdem konnte ich aus dem Alltagsstress nicht so einfach in die Ruhe und Stille “umschalten”. Wie ich heute weiß, ist dies zwar eine Frage der Übung, aber dennoch war dies nicht der optimale Einstieg in eine Meditationspraxis.

Dynamische Meditation

Das genaue Gegenteil der stillen buddhistischen Meditation habe ich dann kennengelernt, als mich meine Heilpraktikerin zur “dynamischen Meditation” geschickt hat. Sie kannte mich gut und wollte, dass ich mich mit meiner Wut auseinander setze (die ich bis dahin immer verleugnet hatte).

Die dynamische Meditation ist eine Meditation nach Osho. Osho empfand es für Menschen aus Europa und Amerika als zielführender, eine Meditation in Bewegung/Aktion zu beginnen und dann nach und nach in mehreren Schritten zur Ruhe zu gelangen.

Bei der dynamischen Meditation wird zunächst wild/chaotisch ohne Rhythmus geatmet, bevor dann in der zweiten Phase alles herausgelassen (Schreien, Schimpfen, in Kissen hauen, …) wird, was raus will. In der dritten Phase wird dann noch mit erhobenen Armen auf der Stelle gesprungen und das Mantra “Huh” gerufen, bis zu Beginn der 4. Phase ein “Stopp” kommt, bei dem man in der Bewegung “einfriert” und sich nicht mehr bewegt, bis in der 5. Phase das Feiern beginnt. Da jede Phase 12 Minuten dauert, ist sie insgesamt extrem herausfordernd und anstrengend.

Da meine Heilpraktikerin mich kannte, sagte sie mir sofort, dass ich aber nicht nur einmal hingehen soll, weil ich die Meditation sonst doof fände und nie wieder hingehen würde. Also habe ich mich zu einer Aktion “21 Tage dynamische Meditation” angemeldet. 21 Tage am Stück jeden Tag um 7:00 Uhr dynamische Meditation!

Die ersten Tage fand ich die Meditation befremdlich! Ich war es nicht gewohnt, meine Wut überhaupt zu fühlen, geschweige denn mit Schreien und Worten auszudrücken. Nach etwa einer Woche fand ich dann immer mehr Gefallen daran. So konnte ich nach der zweiten Woche kaum noch arbeiten, weil ich so heiser war, dass ich nicht mehr zu verstehen war.

Nach 20 Tagen, die ich durchgehalten habe, habe ich mir erlaubt den letzten Tag zu streichen. Ich hatte mein Ziel erreicht! Ich kannte meine Wut und konnte sie in der Meditation ausdrücken. Und ich hatte so viel Selbstbewusstsein erreicht, dass ich nicht mehr aus “Gehorsam” weitermachen musste, sondern mir selber wichtig genug war, um selbst entscheiden zu können.

Auch heute mache ich die dynamische Meditation in unregelmäßigen Abständen ab und zu, aber sie gehört nicht (mehr) zu meinen Lieblingsmeditationen.

Kundalini-Meditation

Auch die Kundalini-Meditation ist eine bewegte Osho-Meditation. Aber deutlich ruhiger als die dynamische Meditation.

Nach einer “Schüttel-Phase”, in der man den ganzen Körper praktisch vibrieren/schütteln lässt, folgt eine Tanzphase. Als dritte Phase folgt bereits eine Stille-Phase, in der man im Stehen oder Sitzen in Stille mit geschlossenen Augen beobachtet. Beobachtet, was im inneren geschieht. Die letzte Phase erfolgt dann im Liegen bei wieder geschlossenen Augen und wieder in Stille.

Diese Meditation ist meine Lieblings-Meditation und ich praktiziere sie seit inzwischen 5 Jahren etwa einmal pro Woche.

Meditation im Alltag

Durch die regelmäßige Kundalini-Meditation bin ich inzwischen in der Lage, auch außerhalb von definierten Meditations-Formaten praktisch überall und zu jeder Zeit zu meditieren.

Ich kann mir mein Leben nicht mehr ohne Meditation vorstellen. Wo ich früher immer in Aktion, immer im “Tun/Machen” war, bin ich heute im Abwarten, Beobachten und Geschehen lassen. Mein Leben ist ziemlich entspannt, ich habe viele Wertungen aufgegeben. Erstaunlicherweise bin ich aber produktiver als je zuvor.

Und ich habe Präsenz!

Dies alles wünsche ich auch meinen Patienten und freue mich, sie dabei begleiten zu dürfen!